25.09.2026

Amprion: Ein Investment zwischen Regulierung, Stabilität und Energiewende

Der Ausbau der Stromnetze ist eine Voraussetzung für die Energiewende – und erfordert langfristiges Kapital. Für institutionelle Investoren eröffnet sich damit ein Anlagethema an der Schnittstelle von Energieversorgung und Infrastruktur. Wie eine mittelbare Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion strukturiert ist und welche Rolle sie im Portfolio spielen kann, erläutern Ines Weber und Max-Fabian Glöckner im Interview. Für Kreditinstitute gehen sie zudem auf die regulatorische Eigenkapitalunterlegung der gewählten Fondsstruktur ein.

Warum ist die Energiewende heute auch ein relevantes Anlagethema?

Ines Weber: Weil der Umbau des Energiesystems enorme, langfristige Investitionen erfordert. Übertragungsnetze sind dabei das Rückgrat der Energiewende: Sie verbinden Erzeugung und Verbrauch, integrieren erneuerbare Energien und sichern die Versorgung. Der erforderliche Netzausbau kann nicht allein über öffentliche Mittel und klassische Kreditfinanzierungen getragen werden. Langfristig orientiertes institutionelles Kapital kann daher einen wichtigen Beitrag leisten, den Ausbau der Energieinfrastruktur zu finanzieren. Für institutionelle Anleger eröffnet das den Zugang zu einer systemrelevanten, langfristig ausgerichteten Infrastruktur.

Was genau macht Amprion?

Max-Fabian Glöckner: Die Amprion GmbH ist einer der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber. Das Unternehmen betreibt ein rund 11.000 Kilometer langes Höchstspannungsnetz, das sich von der Nordsee bis zu den Alpen erstreckt. Über dieses Netz wird Strom über große Entfernungen transportiert, wodurch rund 29 Millionen Menschen und tausende Unternehmen zuverlässig versorgt werden können. Gleichzeitig spielt Amprion eine zentrale Rolle bei der Energiewende, weil der Ausbau und die Modernisierung der Netzinfrastruktur entscheidend dafür sind, erneuerbare Energien ins System zu integrieren und die Klimaziele zu erreichen.

Was macht ein Investment in einen Übertragungsnetzbetreiber besonders?

Max-Fabian Glöckner: Ein Investment in einen Übertragungsnetzbetreiber ist besonders, weil es sich um systemrelevante Infrastruktur mit langfristigem Investitionsbedarf und einem stark regulierten Geschäftsmodell handelt. Die Erlöse sind regulatorisch bestimmt, was für eine hohe Planbarkeit, stabile Cashflows und Transparenz sorgt. Gleichzeitig ist das Geschäft weitgehend unabhängig von kurzfristigen Marktzyklen und leistet einen konkreten Beitrag zur Energiewende, weil der Ausbau der Stromnetze eine zentrale Voraussetzung für die Integration erneuerbarer Energien ist.

Wie ist der Zugang zu Amprion für institutionelle Anleger strukturiert?

Ines Weber: Anleger investieren nicht unmittelbar in das operative Netzgeschäft, sondern mittelbar über eine Beteiligungsstruktur. Unser besonderer Vorteil liegt dabei im Zugang innerhalb des Sparkassen-Finanzverbunds: Die SV Sparkassen Versicherung ist bereits seit 2011 an Amprion beteiligt und bringt ihre langjährige Erfahrung mit Übertragungsnetzen in die Struktur ein. Im Rahmen eines laufenden Portfolio-Rebalancings eröffnet sie weiteren institutionellen Investoren die Möglichkeit, sich an einem Teil dieser bestehenden Beteiligungen zu beteiligen, bleibt jedoch selbst als Ankerinvestor engagiert. Die Helaba Invest strukturiert und begleitet die Auflegung der professionellen Fondslösung. So wird eine sonst nur schwer zugängliche Beteiligung an kritischer Energieinfrastruktur für institutionelle Anleger investierbar gemacht.

Für welche Portfolios kann eine solche Beteiligung eine sinnvolle Beimischung sein?

Ines Weber: Insbesondere für langfristig orientierte institutionelle Anleger, die ihr Portfolio um reale, substanzstarke Assets ergänzen möchten. Infrastruktur kann einen Diversifikationsbeitrag leisten und bietet Zugang zu langfristigen Cashflow-Profilen – immer eingebettet in die individuelle Risiko-, Liquiditäts- und Allokationsplanung des Anlegers. Im Rahmen einer Core-Satellite-Strategie kann Amprion z.B. als gezielte Satellite-Beimischung dienen und das bestehende Portfolio um eine regulierte, systemrelevante Infrastrukturkomponente erweitern. Alternativ kann Infrastruktur auch über einen breit diversifizierten Mehranlegerfonds – wie unseren HI-Infrastruktur-Multi Manager-Fonds III – als strategischer Baustein im Gesamtportfolio oder im Rahmen eines individuell strukturierten Mandats umgesetzt werden.

Ein Aspekt, der insbesondere für Banken und Sparkassen bei der Allokationsentscheidung relevant ist, ist die regulatorische Eigenkapitalunterlegung. Wie hoch ist das Risikogewicht in der gewählten Struktur?

Max-Fabian Glöckner: In der aktuell gewählten Amprion-Fondsstruktur läge das Risikogewicht im Jahr 2030 im Höchstwert bei 180 %. Damit liegt es – aufgrund der strukturellen Ausgestaltung – deutlich unter dem Risikogewicht von 250 %, das bei vergleichbaren Beteiligungen grundsätzlich anfallen kann.

Bestehen für Banken und Sparkassen darüber hinaus Möglichkeiten, dieses Risikogewicht zu reduzieren?

Max-Fabian Glöckner: Aktuell prüfen wir, ob die Voraussetzungen für eine Privilegierung nach Art. 133 Abs. 5 CRR erfüllt werden können. Unter bestimmten Voraussetzungen kann für Investitionen im Rahmen eines staatlich verankerten Förderprogramms ein Risikogewicht von 100 % in Betracht kommen. Die verbindliche aufsichtsrechtliche Beurteilung obliegt jedoch den zuständigen Behörden.

Was ist aus Ihrer Sicht die wichtigste Botschaft an potenzielle Investoren?

Ines Weber: Amprion verbindet die Beteiligung an systemrelevanter Infrastruktur der Energiewende mit einem langfristigen, regulierten Geschäftsmodell. Die angestrebte Rendite liegt indikativ bei rund 7 – 8 % p.a. IRR nach Kosten; zugleich wird eine durchschnittliche Ausschüttung von rund 5 – 6 % p.a. über die Laufzeit erwartet. Entscheidend ist aber stets die passgenaue Einordnung in das Gesamtportfolio – genau dort setzen wir als Partner unserer Investoren an. Die Kennzahlen sind Prognosen und setzen unter anderem eine Beteiligung an künftigen Kapitalmaßnahmen voraus; sie stellen keine Zusage dar.

Das Interview führte ….

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Der Zustand der Biodiversität verschlechtert sich deutlich. Seit 1970 sind die überwachten Bestände wildlebender Wirbeltiere im Durchschnitt um rund 73 Prozent zurückgegangen, bei Süßwasserarten liegt der Rückgang sogar bei rund 85 Prozent. [2] gleichzeitig stehen zentrale Ökosystemleistungen zunehmend unter Druck. Der Verlust ausgewählter Naturleistungen wie Bestäubung, marine Fischerei und Waldleistungen könnte ab 2030 jährliche globale Wohlstandsverluste von bis zu 2,7 Billionen US-Dollar verursachen. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung sind Landnutzungsänderungen, landwirtschaftliche Expansion, Übernutzung natürlicher Ressourcen, Verschmutzung und Klimawandel. [3]