Engagement Luftfahrtindustrie
03.07.2025

Engagement in der Luftfahrtindustrie: Lösungsansätze für eine klimafreundlichere Zukunft

Die globale Luftfahrtindustrie erfreut sich ungebrochener Beliebtheit – ein Trend, der nur durch die Coronapandemie einen kurzen, aber heftigen Einbruch erlitt. Bis 2050 wird die Nachfrage voraussichtlich um mehr als das doppelte ansteigen. Gleichzeitig trägt die Branche bereits jetzt 2,5% zu den globalen Treibhausgasemissionen bei und setzte im Jahr 2023 gemäß der International Energy Agency (IEA) noch zu mehr als 99% auf fossile Brennstoffe. Daraus ergibt sich eine große Verantwortung für den Klimaschutz und CO2-Reduktionsbemühungen, weswegen wir uns im vergangenen Jahr bei unseren Engagement-Anstrengungen auf die Luftfahrtbranche konzentriert haben.

Engagement Luftfahrtindustrie

Klimaneutrales Fliegen ist bis 2050 möglich

Das größte Dekarbonisierungspotenzial liegt in Sustainable Aviation Fuel (SAF). Dies ist eine alternative Flugtreibstoffart, die aus erneuerbaren oder recycelten Rohstoffen, wie z.B. Altspeiseölen oder landwirtschaftlichen Abfällen, hergestellt wird. Mit Hilfe von SAF und Effizienzsteigerungen sind CO2-Einsparungen in der Luftfahrtindustrie um bis zu 90% bis 2050 möglich. Alternative Antriebsformen basierend auf grünem Wasserstoff und Elektromotoren sollten die Treibhausgasemissionen um weitere ca. 10% senken können. Die größten Hürden für einen stärkeren Einsatz von kohlenstoffarmen nachhaltigen Treibstoffen sind bislang u.a. höhere Produktionskosten, Schwierigkeiten bei der kommerziellen Skalierbarkeit, eine begrenzte Verfügbarkeit (biobasierter) Rohstoffe sowie fehlende Infrastruktur.1Mission Possible Partnership (MPP). (n.a.). Making Net-zero, 1.5°C-aligned Aviation Possible

Es müssen enorme Summen in nachhaltige Infrastruktur investiert werden

Weniger als 1% der in 2050 benötigten Produktionsinfrastruktur für SAF ist bislang vorhanden. Für die Netto-Null-Transformation bis 2050 steht die Branche vor einem Investitionsbedarf in Technologie und Infrastruktur von 5 Billionen USD. Dies entspricht ca. 180 Milliarden USD jährlichen Investitionen2Mission Possible Partnership (MPP). (2024). Making Net-Zero Aviation possible., mehr als das Doppelte der derzeitigen Investition der Luftfahrtbranche.3Analyse von Accenture basierend auf Daten von S&P Capital IQ. In Anbetracht niedriger Gewinnmargen und überdurchschnittlicher Kapitalkosten stellen die zusätzlichen Investitionen die Branche vor große Herausforderungen.

Im Rahmen unserer Sektorstudie zur Dekarbonisierung der Luftfahrtindustrie haben wir fünf führende europäische Airlines sowie zwei Kraftstoffproduzenten kontaktiert, um ihre Bemühungen im Bereich Klimaschutz besser zu verstehen und die Transformation der Branche aktiv mitgestalten zu können.  

Wie kann mehr Klimaschutz in der Luftfahrt ohne Einbußen bei der Wettbewerbsfähigkeit gelingen?

Da der Einsatz fossiler Brennstoffe im Zeitverlauf nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich immer teurer wird, werden klimafreundlichere Geschäftsmodelle zu einem entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit. Wir sind der Überzeugung, dass eine sinnvolle Strategie sowohl langfristige Ambitionen als auch kurzfristige Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen umfasst. Zu den wichtigsten Schritten gehören die Modernisierung der Flotte, die Steigerung des Anteils nachhaltiger Flugkraftstoffe und Investitionen in Innovationen.

Hinsichtlich der Flottenmodernisierung sind die europäischen Fluggesellschaften im internationalen Vergleich solide aufgestellt. Die neueste Generation von Flugzeugmotoren kann Kraftstoffeinsparungen von bis zu 25% ermöglichen. Diese Effizienzgewinne kompensieren jedoch gerade einmal den steigenden CO2-Ausstoß durch die wachsende Nachfrage nach Flugreisen.

Quelle: The Economist

Im Hinblick auf die Nutzung von SAF variieren die Ambitionen hingegen stark. Während vereinzelt Unternehmen über die EU-Vorgaben hinausgehen, zeigen sich andere zurückhaltender. Diese Zurückhaltung ist oft auf wirtschaftliche Bedenken zurückzuführen, da die Wettbewerbsfähigkeit durch höhere Kosten für SAF beeinträchtigt werden könnte. Ab diesem Jahr werden die Fluggesellschaften durch eine neue EU-Richtlinie zum Handeln bewegt. Diese schreibt eine SAF-Beimischung von 2% an allen europäischen Hubs vor – eine Quote, die bis 2050 auf 70% steigen soll.4European Union Aviation Safety Agency. (n.d.). Fit for 55 and ReFuelEU Aviation. https://www.easa.europa.eu/en/light/ topics/fit-55-and-refueleu-aviation Dies benachteiligt europäische Fluggesellschaften im Vergleich zu internationalen Wettbewerbern. Ein gerechterer Ansatz könnte die SAF-Quoten nach Destination regeln, sodass auch Fluggesellschaften mit Hubs außerhalb der EU gleich behandelt werden. Zudem würde es helfen, Subventionen für SAF einzuführen, um den Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen wirtschaftlich zu erleichtern. Damit der Ausstieg aus fossilen Treibstoffen gelingen kann, sollte eine schrittweise steigende Steuer auf herkömmliches Kerosin erwägt werden.

Neben der Nutzung von SAF setzen viele Fluggesellschaften bereits auf kreative Maßnahmen zur Energieeinsparung. Eine deutsche Airline hat beispielsweise über 64 klimaschonende Maßnahmen implementiert, darunter die Nutzung eines einzelnen Triebwerks beim Rangieren, leichtere Flugzeugkabinen und innovative Karosseriebeschichtungen, die den Luftwiderstand und somit den Treibstoffverbraucht verringern.

Für die fernere Zukunft legt die Industrie ihre Hoffnung in innovative, wasserstoffbasierte Treibstoffe, die mithilfe erneuerbarer Energien (eFuels) hergestellt werden. Kooperationen mit Start-ups und innovative Projekte befinden sich bereits in der Testphase, mit dem Ziel, schnell skalierbare Lösungen zu schaffen. Es mehren sich allerdings die Stimmen, dass der tatsächliche Umstieg auf grünen Wasserstoff in immer weitere Ferne rückt: Das Ziel von Airbus, bis 2035 einen „Wasserstoffflieger“ entwickelt zu haben, wurde jetzt auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur schreite zu langsam voran, so das Unternehmen.

Ein kritischer Blick auf diese Entwicklungen verrät, dass eine ernstgemeinte Klimastrategie nicht auf der Hoffnung Wasserstoff basieren, sondern sich auf bereits vorhandene Lösungen wie SAF fokussieren sollte.

Fazit

Der Weg in eine CO2-neutrale Zukunft erfordert entschlossenes Handeln in drei zentralen Bereichen: Flottenmodernisierung, SAF und innovative Antriebstechnologien. Die Branche zeigt bereits erste Fortschritte, doch der Wandel muss noch stärker intrinsisch vorangetrieben und von der Politik unterstützt werden. Die Industrie darf sich nicht auf hypothetische Lösungen verlassen, sondern sollte bereits verfügbare Ansätze nutzen und weiterentwickeln. Sicherlich wird der Wandel länger dauern als geplant. Dennoch wissen wir zu schätzen, dass viele Fluggesellschaften umweltfreundlicher werden. Diese Initiativen berücksichtigen wir bei der fundamentalen Bewertung der Unternehmen: Ein zentraler Faktor ist die Zukunftsfähigkeit der Geschäftsmodelle. Dies wird den Kern weiterer Dialoge mit Unternehmensvertretern aus der Luftfahrtindustrie bilden und aus Investorensicht ein wichtiger Anhaltspunkt sein, um attraktive Unternehmen innerhalb der Branche zu identifizieren. 

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Langfristig erfolgreich mit Aktien

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Anleger wie Vermögensverwalter, Stiftungstreuhänder oder Versicherungsgesellschaften tragen Verantwortung über Generationen hinweg. Der Kapitalstock soll nicht nur heute, sondern auch in ferner Zukunft seinen Zweck erfüllen. Dieses Fundament sollte real, d.h. unter Berücksichtigung der Inflation, zumindest seinen Wert erhalten. Vor diesem Hintergrund stellt sich die zentrale Frage: Welchen Beitrag kann die Anlageklasse Aktien in diesem langfristigen Kontext leisten – und welches Risiko ist tatsächlich mit ihr verbunden?

Stephan Kloock wird Mitglied der Geschäftsführung der Helaba Invest

Frankfurt am Main – Der Aufsichtsrat der Helaba Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH hat Stephan Kloock am 17. November 2025 zum Mitglied der Geschäftsführung bestellt. Der Beschluss steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der nationalen Bankenaufsicht. Kloock wird in der Geschäftsführung zum 1. April 2026 als CRO die Zuständigkeit für die Themen Risk & Reporting, Compliance, Fondsbuchhaltung & Steuern sowie Technical Operations übernehmen.

Infrastruktur Helaba Invest

Inflationsgeschützt, resilient, zukunftssicher – Infrastrukturinvestments für institutionelle Investoren

veröffentlicht in der Börsen-Zeitung, Sonderbeilage Investmentfonds, 15. November 2025 (.pdf-Version)

Eisenbahnschienen, Funkmasten, Flughäfen oder Abwasserleitungen – Infrastruktur umgibt uns tagtäglich und bietet institutionellen Investoren attraktive Alternativen, ihre Mittel in wirtschaftlich und gesellschaftlich bedeutende Projekte zu investieren.

Die Assetklasse Infrastruktur kann in sechs Sektoren, wie z.B. Energie, Erneuerbare Energien, Versorgung, Kommunikation, Transport und soziale Infrastruktur eingeteilt werden. Grundsätzlich dienen traditionelle Infrastrukturanlagen zur Grundversorgung mit Strom, Wärme und Wasser oder tragen wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum bei. Die Einnahmen sind häufig an die Inflation gekoppelt, was in Zeiten steigender Preise für hohe Erträge sorgen kann. I.d.R. nicht regulierte Anlagen wie z.B. Schiffshäfen profitieren von monopolartigen Strukturen, die die Weitergabe von Kosten an Kunden ermöglichen.