12.12.2024

Durchs Dickicht // Licht- und Schattenspiele an den Kapitalmärkten

Mit großen Schritten neigt sich das aktuelle Börsenjahr seinem Ende entgegen und viele Menschen stellen sich zum Jahreswechsel die folgende Frage: Was bleibt und was kommt? Uns Kapitalmarktakteuren bleiben mit Sicherheit die ausufernden geopolitischen Spannungen, die an Dynamik gewinnende KI-Revolution und nicht zuletzt die eingeleitete Zinswende in Erinnerung. Was bleibt, ist aber auch ein richtig gutes Performancejahr. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass die Kluft zwischen Preisen und Werten nach Krisen besonders hoch ist. Wie formulierte Warren Buffet so treffend: Der Preis ist das, was Sie bezahlen. Wert ist das, was Sie bekommen.

Wie werthaltig die einzelnen Anlageformen im kommenden Jahr sind, beleuchten wir schwerpunktmäßig in unserer aktuellen Publikation. Vor dem Hintergrund der anhaltenden geopolitischen Spannungen sowie etlicher politischer Unwägbarkeiten heißt unser Basisszenario für das Börsenjahr 2025 „Durchs Dickicht“. Licht- aber auch Schattenspiele dürften das Kapitalmarktgeschehen in den kommenden Monaten begleiten. Insgesamt sehen wir allerdings auch mit Blick auf den Leitzinstrend weiterhin gutes Ertragspotenzial bei den meisten Assetklassen, rechnen jedoch mit einer stärkeren Dispersion der Performancetreiber. Deswegen wird vermutlich noch stärker als in diesem Jahr die aktive Bewirtschaftung für den Performanceerfolg der Anlageportfolios entscheidend werden. Ob uns nach dem Dickicht sonnige Zeiten oder karge Aussichten erwarten, dies dürfte nicht zuletzt auch davon abhängig sein, wie gut es der Weltgemeinschaft gelingt, wieder mehr auf Kooperation anstatt auf Konfrontation zu setzen.

Den Blick auf das kommende Jahr gerichtet, haben wir in dieser Ausgabe zwei besonders spannende Themen für Sie ausgewählt:

So widmet sich Dr. Jens Bies in unserem ersten Sonderthema der Frage, ob der Thron des US-Dollars bröckelt. Denn obwohl der US-Dollar die Weltwirtschaft seit Jahrzehnten als unangefochtene Reservewährung dominiert, deuten die Zeichen der Zeit auf einen möglichen Wandel hin. Begleiten Sie uns in diesem Artikel also auf eine spannende Reise durch die Dynamiken der Dedollarisierung und die Zukunft des US-Dollars! Unser zweiter Themenschwerpunkt ist den illiquiden Anlagen geschenkt. Ines Victoria Weber und  Max-Fabian Glöckner werden die Chancen innerhalb der Assetklassen Immobilien und Infrastruktur im kommenden Jahr aufzeigen. Insbesondere die Assetklasse Infrastruktur hat in den jüngsten Krisenjahren am Kapitalmarkt ausgesprochene Robustheit gezeigt. Frau Weber und Herr Glöckner werden beleuchten, wie gut den Real Assets der Spagat in einem Umfeld, welches einerseits von gestiegenen geopolitischen Risiken andererseits aber auch von wieder rückläufigen Leitzinsen geprägt ist, gelingen dürfte.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen wie immer nicht nur viel Spaß beim Lesen, sondern auch den notwendigen Erkenntnisgewinn für Ihre künftigen Investmententscheidungen.

Ihr
Olaf Tecklenburg

Wissen entscheidet.

Faktorwette Statt Klumpenrisiko Helaba Invest

Faktorbreite statt Faktorwette: Wenn Momentum zum KI-Klumpenrisiko wird

Für institutionelle Aktienportfolios rückt die Faktorallokation wieder stärker in den Fokus. Dabei zählt nicht nur, welche Stilfaktoren attraktiv sind, sondern vor allem, wie sie miteinander kombiniert werden. Momentum profitiert zwar weiterhin von der KI-Dynamik, überschneidet sich in den USA inzwischen jedoch stark mit Mega-Cap-Tech. Damit steigt zugleich das Konzentrationsrisiko: Hohe Bewertungen, steigende Zinsen und die Frage, ob sich die enormen KI-Investitionen tatsächlich auszahlen, machen ausgerechnet die bislang stärksten Marktsegmente anfälliger. Europa bietet dagegen eine breitere Faktorlandschaft. Banken, Industrie, Energie, Infrastruktur und ausgewählte Technologiewerte sorgen für unterschiedliche Renditetreiber; hinzu kommen moderatere Bewertungen. Dies schafft ein günstigeres Umfeld für Value, Dividend Yield und Low Risk.

Gastbeitrag veröffentlicht am 14.10.2026 in ‌IPE D.A.CH 

Verzahnte Portfoliostruktur Infrastruktur 2

Verzahnte Portfoliostruktur: Warum nicht-börsennotierte Infrastruktur Equity- und Debt-Fonds in ein gemeinsames Mandat gehören

Autobahnen, Funkmasten, Flughäfen oder Stromnetze – Infrastruktur umgibt uns tagtäglich. Klar ist: Ohne eine intakte Infrastruktur würde unsere gesamte Wirtschaft und moderne Gesellschaft schlichtweg aufhören zu funktionieren. Sie bildet das unentbehrliche Fundament für modernen Wohlstand, industrielle Wertschöpfung und das tägliche Zusammenleben. Die Assetklasse Infrastruktur kann in sechs Sektoren, wie z.B. Energie, Erneuerbare Energien, Versorgung, Kommunikation, Transport und soziale Infrastruktur, eingeteilt werden (siehe nachfolgende Abbildung).

Amprion

Amprion: Ein Investment zwischen Regulierung, Stabilität und Energiewende

Der Ausbau der Stromnetze ist eine Voraussetzung für die Energiewende – und erfordert langfristiges Kapital. Für institutionelle Investoren eröffnet sich damit ein Anlagethema an der Schnittstelle von Energieversorgung und Infrastruktur. Wie eine mittelbare Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion strukturiert ist und welche Rolle sie im Portfolio spielen kann, erläutern Ines Weber und Max-Fabian Glöckner im Interview. Für Kreditinstitute gehen sie zudem auf die regulatorische Eigenkapitalunterlegung der gewählten Fondsstruktur ein.