Eine Zusammenfassung des Erfahrungsaustausches finden Sie in dem folgenden Video:
Vielen Dank für die inspirierende Diskussionen – wir freuen uns darauf, den Austausch auch in Zukunft fortzuführen.
Interview mit Olaf Tecklenburg zum Kapitalmarktausblick 2025:
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Weitere Einblicke in das aktuelle Kapitalmarkgeschehen sowie unsere aktuellen Einschätzungen finden Sie in unserem Newsletter „Highlights aus dem Asset Management“.
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Anlässlich der FinPro 2024 gab Bettina Siegel ein Interview, in dem sie auf die asiatischen Immobilienmärkte blickt und die Chancen und Risiken von Co-Investments aufzeigt.
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Mehr zum Thema „Potenziale asiatischer Immobilienmärkte für diversifizierte Portfolios“ finden Sie auch im Beitrag von Axel Drwenski, der die Vielfalt der Anlageregion anlysiert, die Chancen und Risiken einiger Core-Märkte in Asien sowie deren historische Performance in internationalen Portfolios darstellt.
Den vollständigen Artikel, der in der Ausgabe 2/2024 im Absolut Report veröffentlicht wurde, können Sie hier anfordern.
In Folge der Krisen der letzten Jahre und damit u.a. Inflation und steigenden Zinsen sind wir faktisch in ein neues Anlageregime gewechselt. Dies führte zu einer Neubewertung der Assetklassen sowie einem neuen Wettbewerb zwischen den Assetklassen. Welche Konsequenzen ergeben sich hieraus für Ihre Anlagepolitik?
Wir haben die geänderten Rahmenbedingungen zum Anlass genommen, die bisherige Planallokation anlassbezogen zu aktualisieren bzw. zu hinterfragen. Mittels der AssetAllocationPlus Studie konnten wir verschiedene mögliche Positionierungen analysieren und nachfolgend die sich daraus ergebenen Impulse hausintern kritisch diskutieren. Als Ergebnis werden wir beispielsweise als eine neue Assetklasse Renten Emerging Markets vorsehen, sodass wir hier auch kurzfristig einen NPP planen.
Es ist zu beobachten, dass zum Teil hohe Liquiditätsbestände bei der EZB „geparkt“ werden. Was spricht aus Ihrer Sicht gegen bzw. was für eine Investition der Liquidität sowie eine Rückkehr zur strategischen Asset Allocation, insbesondere im Hinblick auf die zu erwartende erste Zinssenkung der EZB in diesem Sommer?
Hier ergaben sich in der vorgenannten Studie ebenfalls interessante Impulse in der Art, dass ein Halten von Liquidität über die aufsichtlich notwendigen Mindestvolumina mittelfristig nicht empfohlen wurde. Das verwundert natürlich nicht, da ein gefühlter „free lunch“ am kurzen Ende ohne vermeintliche Risiken ein Beibehalten der inversen Kurve bedürfen würde. Wir sehen uns aber als Sparkasse nicht als Investor, der auf eine bestimmte Zinsentwicklung spekuliert. Entsprechend bevorzugen wir eine neutrale und passive Positionierung.
Auf der anderen Seite erachten wir den Aspekt der verfügbaren Liquidität in Bezug auf die geänderten Rahmenbedingungen durchaus als relevant. Inwieweit die Kreditnachfrage ggf. wieder mit einer etwaigen Normalisierung am Wohnungsbaufinanzierungsmarkt anspringt oder Aspekte wie die Transformationsfinanzierung sich kurzfristig ebenfalls nennenswert auf die Kreditnachfrage auswirken, ist für uns derzeit noch nicht abschließend beurteilbar.
Wenn sich unser Leser fragen sollten, was Ihr Mehrwert aus der letzten Asset-AllocationPlus Analyse in der aktuellen Ausgangslage war, was würden Sie antworten?
Dies sind mehrere Aspekte. Neben dem bereits angesprochenen geplanten NPP für eine neue Assetklasse sehen wir uns in der grundsätzlichen strategischen Ausrichtung der Kapitalallokation bestätigt. Dies ist natürlich beruhigend. Den größten Mehrwert sehe ich aber in der integrierten Betrachtung sowohl des Risikos als auch der Performance, insbesondere da die Performance bzw. der Ertrag in den Systemen der bereits eingeführten neuen Banksteuerung derzeit wahrlich nicht im Fokus stehen. Hier ermöglichen uns die Ergebnisse und Daten der AssetAllocationPlus – salopp gesagt – einfach eine wesentlich dezidiertere und fachlichere hausintere Diskussion.
Den größten Mehrwert sehe ich in der integrierten Betrachtung sowohl des Risikos als auch der Performance, insbesondere da die Performance bzw. der Ertrag in den Systemen der bereits eingeführten neuen Banksteuerung derzeit wahrlich nicht im Fokus stehen.
Jens Knippen
Leiter Gesamtbanksteuerung Kreissparkasse Düsseldorf
Sie haben bereits mehrere AssetAllocationPlus Studien durchgeführt. Welche Impulse haben Sie hieraus jeweils mitgenommen und welche Veränderungen auf die Eigenanlage haben sich im Laufe der letzten Jahre u.a. hierdurch ergeben?
Wir haben unsere Eigenanlagen auf eine viel breitere Diversifikation mit mehreren Assetklassen ausgerichtet. So haben wir die Assetklassen Aktien und Immobilien(-fonds) strategisch besetzt und für die Assetklasse der Unternehmensanleihen auch nennenswerte Änderungen herbeigeführt. Vereinfacht könnte man sagen, dass wir jetzt deutlich breiter und globaler aufgestellt sind.
Was sind aus Ihrer Sicht die markantesten Auswirkungen der neuen Gesamtbanksteuerung z.B. auf die Risikotragfähigkeit und die Eigenlangen?
Auch hier sind es wieder mehrere Aspekte. Positiv ist beispielsweise zu nennen, dass erstmalig die in Bezug auf das Risiko positiven Auswirkungen von Korrelationen in der Risikotragfähigkeit berücksichtigt werden können. Dies freut uns sehr, bestätigt bzw. honoriert es doch eine breitere Diversifikation. Eigentlich das, was wir im Kundengeschäft auch immer unseren Kunden bei einer strukturierten Vermögensanlage empfehlen.
Auf der Schattenseite bedeutet dies aber auch, dass Assetklassen, bei denen noch keine Korrelationsparameter seitens des zentralen Dienstleisters vorliegen, grundsätzlich einen „Malus“ der nicht vollständigen Abbildung aufweisen. Assetklassen, die überhaupt noch nicht in den neuen Systemen abgebildet werden können, haben wir beispielsweise auch per se ausgeschlossen.
Nichts ist so beständig wie der Wandel: Die regulatorischen Rahmenbedingungen stellen Finanzinstitute und Investoren kontinuierlich vor große Herausforderungen. Was sind nach Ihrer Sicht die aktuellen Implikationen, die Sie in der Sparkasse gerade beschäftigen?
Der Aspekt von ESG ist hier sicherlich zu nennen. Neben den aufsichtlichen Anforderungen, die weiter zunehmend an Bedeutung gewinnen beschäftigen wir uns mit der Frage, inwieweit es betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, ein Portfolio konsequent jetzt schon „vollständig“ auf Nachhaltigkeit auszurichten? Aus meiner Sicht sind die vorliegenden ESG-Ratings oder auch die Zeitreihen hierfür noch nicht aussagefähig genug, wie es oft auf dem ersten Blick suggeriert wird. Auch sind in der Vergangenheit erfolgreiche quantitative Modell und Ansätze, wie zum Beispiel „low risk“, noch nicht ausreichend integriert und verzahnt mit dem Aspekt ESG.
Was sind für Sie die zentralen Zukunftsthemen für eine erfolgreiche Banksteuerung?
An der Stelle sei ein Aspekt genannt, der vielleicht aufgrund der häufigen Konzentration auf fachliche Themen noch nicht so im Fokus steht: der Aspekt der Demographie bzw. die Herausforderung zukünftig hausintern auch genügend qualifizierte Mitarbeitende und somit Know-how vorhalten zu können. Wir als Haus sehen uns diesbezüglich gut aufgestellt, sind uns aber auch bewusst, dass die Beibehaltung des Status-quo auch herausfordernd bleibt.
Herr Knippen, vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Dr. Christian Schwarz.
Im Masterfonds sind die strategischen (risikoreicheren) Assetklassen gebündelt. Ziel war es, bei diesen Anlagen einen Schutzschirm zu installieren, der in Stressphasen das Verlustrisiko reduziert.
Reinhold Möllmann
Leiter Gesamtbanksteuerung, Kreissparkasse Steinfurt
Herr Möllmann, was waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten „Erfolgsfaktoren“ in der Kapitalanlage und der Banksteuerung, um die beiden letzten Krisen bzw. schwarzen Schwäne in den Jahren 2020 und 2022 zu meistern?
In diesen sehr volatilen Phasen ist es m. E. ausgesprochen wichtig, eine übersichtliche Strukturierung der Eigenanlagen zu haben. Die ideale Basis hierfür ist eine klare Asset Allokation. Hierzu gehört auch, dass sich die Asset Allokation auf die wesentlichen Assetklassen konzentriert, um sich nicht mit „homöopathischen“ Dosierungen in einzelnen Assets zu verzetteln. Dies würde auch eine zielgerichtete Steuerung erschweren.
Mit Blick auf das Jahr 2022 – was waren für Sie die größten Herausforderungen dieses besonderen Jahres?
Das Jahr 2022 war von ausgesprochen vielschichtigen Herausforderungen geprägt. Diese können vielfach auf die Zinswende – getrieben durch die Inflation – zurückgeführt werden. Grundsätzlich ist ein Zinsanstieg für die Ertragslage der Sparkassen ausgesprochen gut. Allerdings hat dieser schnelle Zinsanstieg – + 300 BP – und die ausgeprägte Inversität zu erheblichen Verwerfungen in der Ertragsrechnung geführt. Gleichzeitig war auch die Entwicklung an den Aktienmärkten recht volatil. Je nach Struktur der Eigenanlagen und der Positionierung im Zinsänderungsrisiko hat diese Entwicklung zu erheblichen Abschreibungen auf den eigenen Wertpapieren geführt. In dieser Phase war es wichtig, Verkäufe zu vermeiden, um an späteren Werterholungen wieder partizipieren zu können.
Gleichzeitig wurden Kundeneinlagen wieder attraktiv. Die richtige Positionierung ist hier für die Sparkasse ausgesprochen wichtig.
Welche Konsequenzen haben sich aus Ihrer Sicht aus der Zinswende im Hinblick auf die Asset Allokation in der Kapitalanlage ergeben?
Durch die Zinswende hat sich die relative Attraktivität der einzelnen Assetklassen untereinander deutlich verschoben. Allein aus diesem Grunde ist eine Überprüfung der aktuellen Eigenanlagenstruktur geboten. In der Niedrig-/Negativzinsphase wurden tendenziell illiquide Assetklassen bzw. in Teilen auch Aktien bevorzugt. Diese Assetklassen haben auch heute noch einen hohen Stellenwert in einer ausgewogenen Asset Allokation. Da es aber bei Rentenanlagen mittlerweile wieder positive Kupons gibt, ist hier die Attraktivität deutlich gestiegen.
Weiterhin ist es erforderlich, neben den klassischen Assetklassen auch neue Assetklassen hinsichtlich ihrer Eignung als Anlagen für Sparkassen in den Fokus zu nehmen. Hier ist als jüngeres Beispiel die Assetklasse „Infrastruktur“ zu nennen.
Aufgrund der Erfahrungen im Jahr 2022 ist in der Asset Allokation ein besonderes Augenmerk auf die Durationssteuerung zu legen bzw. die Durationssteuerung mit der Steuerung des Zinsänderungsrisikos für das Gesamtinstitut zu harmonisieren.
Welchen Beitrag hat in diesem Umfeld die Strukturierung der Assetklassen und Mandate geleistet?
Trotz der hohen Inflationsraten und der damit einhergehenden Zinsanpassungen der Notenbanken hat sich unser Aktiensegment als äußerst widerstandsfähig und robust erwiesen. Während viele Anlageklassen hohe Verluste hinnehmen mussten, mussten wir lediglich einen überschaubaren Verlust von ca. 5% verkraften. Damit fiel der Verlust deutlich geringer aus als der des währungsgesicherten globalen Aktienmarktes oder der einer 10jährigen deutschen Staatsanleihe. Beide haben im Jahr 2022 einen Verlust von über 18% erlitten. Dies verdeutlicht die Stärke unserer defensiven Aktienstrategie und bestätigt den Mehrwert der getroffenen Anlageentscheidungen. Die Fokussierung auf dividendenstarke Aktien hat dabei sehr gut als eine Art „Inflationsschutz“ fungiert und mit zum Erfolg beigetragen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte die Ausschüttungsquote des Aktienportfolios von rund 3,5% erzielt werden. Insgesamt passen die Investmentstile Low Risk und High Dividend daher optimal zu den Anlagezielen unserer Sparkasse, da sie sowohl Stabilität als auch attraktive ordentliche Erträge bieten.
Was waren für Sie im Kern die Mehrwerte, die das Konstrukt „Masterfonds mit Risiko-Overlay“ in dieser Zeit geleistet haben?
Wir haben das Overlay im Jahr 2018 mit der Auflegung des Masterfonds installiert. Im Masterfonds sind die strategischen (risikoreicheren) Assetklassen gebündelt. Ziel war es, bei diesen Anlagen einen Schutzschirm zu installieren, der in Stressphasen das Verlustrisiko reduziert. In den Stressphasen Frühjahr 2020 und 2022 hat das Overlay bewiesen, dass damit das Ziel der Verlustreduzierung auch erreicht wurde. Nach der ersten Stress-Situation im Jahr 2020 wurde aufgrund der hier gesammelten Erfahrungen das Overlay modifiziert. Festzuhalten ist hier, dass das Overlay individuell auf die Bedürfnisse der Sparkasse angepasst werden muss.
Welchen Mehrwert bietet ein Risiko-Overlay bei der Herleitung der strategischen Asset Allocation?
In der jüngsten Vergangenheit lagen die Stress-Situationen relativ nahe beieinander, mit der Folge, dass die Sicherung zweimal aktiviert wurde. Davor gab es aber lange Phasen, in denen die Kapitalmärkte relativ stabil waren. Mit Hilfe eines funktionierenden Overlays kann die Asset Allokation auf der Basis des Szenarios „Risikofall“ ausgerichtet werden. Ohne Overlay ist bei der Asset Allokation immer auch die Auswirkung eines Stressfalles mit zu berücksichtigen. Daraus folgt, dass ohne Overlay der Anteil der ertragreicheren Anlagen (i. d. R. auch risikoreicheren) geringer ausfallen muss. Im Ergebnis führt dies dazu, dass die ordentlichen Erträge auch geringer sind.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist, dass die Steuerung des Risikos über den Einsatz von Derivaten erfolgt. Das bedeutet, dass das physische Investment weiterhin bestehen bleibt. Die hohe Liquidität der Derivate ermöglicht hier ein sehr schnelles und flexibles Handeln.
Eine weitere Erfahrung aus der Stressphase 2020 war, dass das Overlay so konstruiert sein sollte, dass in Phasen der Markterholung automatisch ein Wiedereinstieg in den Markt erfolgt. Durch die Festlegung eines Basisinvestitionsvolumen hat dies im Jahr 2022 funktioniert.
Was sind aus Ihrer Sicht die zentralen Veränderungen und Konsequenzen, die sich aus der Umsetzung der neuen Gesamtbanksteuerung ergeben?
Mit dem Umstieg auf die ökonomische Perspektive rückt das „Refinanzierungskostenrisiko“ (RKR) deutlich in den Fokus. In der periodischen RTF war das „Liquiditätskostenrisiko“ ein unwesentliches Risiko. In der ökonomischen Perspektive wird das RKR zu einem wesentlichen Risiko. Hieraus folgt, dass die Steuerung des Liquiditätsrisikos in der Zukunft die gleiche Bedeutung haben wird wie das Zinsänderungsrisiko. Je nach Ausprägung des Risikos sind auch Zuschläge auf das erforderliche Eigenkapital möglich.
Aus der Umsetzung der neuen Banksteuerung können aber auch noch weitere Implikationen resultieren. Hier ist zu beachten, dass (noch nicht) alle gebräuchlichen Produkte implementiert sind. Bei einer Neuausrichtung der Asset Allokation ist somit zu prüfen, ob die geplanten Produkte in der Anwendung umgesetzt sind und auch mit entsprechenden Marktdaten versorgt werden. Wenn dies nicht der Fall ist, ist entweder ein Workaround oder eine Bewertung außerhalb der zentralen Anwendung erforderlich.
Inwiefern spielt die Risikotragfähigkeit (RTF) bereits in der Allokation eine Rolle?
Der Wechsel von der periodischen Risikotragfähigkeit auf die ökonomische Perspektive hat auch Implikationen auf die Asset Allokation. Je nach institutsindividueller Situation ist eine Anpassung der Asset Allokation erforderlich. Die Umstellung von der „Historischen Simulation“ auf den „Varianz-Kovarianz-Ansatz“ in Verbindung mit dem erhöhten Konfidenzniveau von 99,9% hat erhebliche Auswirkungen auf den Risikobeitrag einzelner Assetklassen und damit auf die Attraktivität des Assets. Allerdings sind hier immer auch die Auswirkungen auf die „Normative Perspektive“ zu berücksichtigen. Sofern die Überprüfung der Asset Allokation zu einer Erhöhung des Risikobeitrages führt, muss dieser auch in der „Normativen Perspektive“ im adversen Szenario darstellbar sein. Um dies zu erreichen, kommt dann wieder das Overlay zur Anwendung.
Welche Implikationen ergeben sich für die Sparkasse somit aus dem regulatorischen Rahmen für die Kapitalanlage?
Das Eigenkapital ist m. E. künftig der Engpassfaktor. Daher bekommt die Bewirtschaftung des Eigenkapitals / RWA-Steuerung einen deutlich höheren Stellenwert als in der Vergangenheit. Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen sind in der jüngsten Vergangenheit schon deutlich gestiegen bzw. werden in den nächsten Jahren noch weiter steigen.
Nachstehende Kennzahlen führen zu einer guten Transparenz hinsichtlich der Attraktivität einzelner Assetklassen / Geschäftsfelder:
- Return on RWA (RoRWA)In dieser relativ einfachen Kennzahl wird die erwartete Rendite ins Verhältnis zur gebunden RWA gesetzt. Diese Kennzahl kann sowohl für das Eigen- als auch für das Kundengeschäft verwendet werden, um damit eine direkte Vergleichbarkeit Eigen- zu Kundengeschäft herzustellen. Im Kundengeschäft kann sie auch zur Überprüfung der Margen verwendet werden bzw. gibt Auskunft darüber, ob das gebundene Eigenkapital ausreichend verzinst wird.
- Return on invested CapitalDer Unterschied zur Kennzahl RoRWA besteht darin, dass hier die Rendite ins Verhältnis zum gebundenen Eigenkapital zuzüglich des aus der Position resultierenden Risikos gesetzt wird. Dies führt zu einer besseren Vergleichbarkeit der einzelnen Assetklassen untereinander.
Welche Faktoren werden aus Ihrer Sicht nach vorne blickend entscheidend sein für eine erfolgreiche Banksteuerung und Kapitalanlage?
Im aktuellen Umfeld ist die Überprüfung der Asset Allokation in Verbindung mit der Positionierung beim Zinsänderungs- und Liquiditätsrisiko dringend zu empfehlen.
Die künftigen Erfolgsfaktoren würde ich heute so skizzieren:
- Sicherstellen einer angemessenen Verzinsung des investierten/gebunden Eigenkapitals
= umfassende Bewirtschaftung des Eigenkapitals / der RWA-Steuerung
- klare Strukturen in der Asset Allokation
(Trennung in „für den Geschäftsbetrieb erforderliche Anlagen“ und „strategische Anlagen“)
- (breite) Diversifikation in der Asset Allokation aber keine homöopathischen Dosierungen – entsprechend der Größe des Hauses sollten „Mindestgrößen“ für Assetklassen definiert werden. Die „dreiundzwanzigste“ Assetklasse führt nur noch zu einem geringen Diversifizierungseffekt.
- Bei Investitionen in volatilen Assetklassen sollten diese mit einem Sicherungsnetz versehen werden Þ Overlay Management.
- Zur Sicherung einer ausreichenden Eigenkapitaldotierung ist es sinnvoll, grundsätzlich den Risikofall in den Fokus zu nehmen. Dieses Investment sollte aber auf keinen Fall ohne ein wirksames Overlay erfolgen, damit es in Stressphasen nicht zu bösen Überraschungen kommt.
- Bei allen Überlegungen ist das Thema „Nachhaltigkeit“ mit zu berücksichtigen.
Herr Möllmann, vielen Dank für das Gespräch. Das Interview führte Dr. Christian Schwarz.
Wissen entscheidet.
Konflikt im Nahen Osten hinterlässt Spuren auch bei festverzinslichen Anleihen
Die kriegerische Auseinandersetzung führt zu signifikanten Bewegungen an den internationalen Kapitalmärkten, vielfach wahrgenommen durch die Kurssprünge an den Aktienmärkten. Inzwischen zeigen sich allerdings auch deutliche Spuren am Markt für festverzinsliche Anleihen. So werden diese von einer Vielzahl von Faktoren – meist negativ – beeinflusst. Mit Blick auf den extremen Anstieg der Ölpreise haben sich die Erwartungen hin zu einem starken Inflationsanstieg und damit einhergehend zu baldigen Leitzinserhöhungen entwickelt – statt wie bisher zu einer seitwärts- bis abwärts- gerichteten Tendenz. Da hohe Energiepreise und Inflation voraussichtlich selbst zu Nachfrageabschwächung und geringerem Wachstum führen werden, könnte man grundsätzlich erwarten, dass Zinserhöhungen gar nicht zwingend notwendig sind. Dennoch rechnet die Mehrheit der Kapitalmarktexperten damit. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Notenbanken unbedingt vermeiden möchten, wie nach der Invasion Russlands und dem einhergehenden Inflationssprung, erneut „behind the curve“ zu sein.
In der Konsequenz sind die Renditen zweijähriger deutscher Staatsanleihen auf Monats- und Jahressicht erheblich stärker gestiegen sind als die von zehnjährigen Staatsanleihen.
Stephan Kloock neues Mitglied der Geschäftsführung
Wir freuen uns sehr, Stephan Kloock als neues Mitglied der Geschäftsführung bei Helaba Invest willkommen zu heißen.
Zum 1. April 2026 übernimmt er als Chief Risk Officer (CRO) die Verantwortung für die Bereiche Risk & Reporting sowie Technical Operations. Darüber hinaus werden zentrale Themen wie Compliance sowie Fondsbuchhaltung & Steuern zu seinen Schwerpunkten zählen.
Helaba Invest aktualisiert ihren ESG-Management-Ansatz auch für Bestandsfonds
Nachhaltiges Investieren ist für uns mit dem klaren Anspruch verbunden, Verantwortung zu übernehmen und einen Beitrag zur ökologischen und sozialen Entwicklung zu leisten. Gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen fortlaufend. Regulatorische Vorgaben, Marktstandards und Entwicklungen an den Finanzmärkten machen es erforderlich, unseren ESG-Management-Ansatz regelmäßig zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Nachhaltigkeit ist für uns deshalb kein starres Konzept, sondern ein fortlaufender Entwicklungsprozess.