Fonds
Unsere Publikumsfonds im Überblick
Das aktuelle Marktumfeld wird zunehmend von einem alten Bekannten bestimmt: Inflation. Nach einem kurzen Rückgang der Teuerungsraten mehren sich die Zeichen, dass der Preisdruck struktureller geprägt ist, als viele Investoren antizipiert hatten. Der kostspielige Umbau hin zu widerstandsfähigeren Lieferketten (Deglobalisierung), der demografisch bedingte Fachkräftemangel mit steigenden Löhnen sowie eine anhaltend expansive Fiskalpolitik bilden ein solides Fundament für höhere Inflationsraten – und damit für dauerhaft anspruchsvollere Zinsniveaus. Verstärkt wird dieser Trend durch eine Serie geopolitischer Schocks, welche die Märkte teilweise überraschend trafen: Zuerst der Ukraine-Krieg, der Energie- und Rohstoffpreise abrupt auf ein dauerhaft höheres Niveau hievte und die Illusion günstiger, jederzeit verfügbarer Energie beendete. Anschließend trieb der eskalierende Zollstreit rund um den „Liberation Day“ im vergangenen Jahr die Fragmentierung des Welthandels weiter voran und übte erneut Druck auf globale Lieferketten und Kostenstrukturen aus. Und schließlich die jüngste scharfe Eskalation im Nahen Osten, die die Sorge vor neuen Störungen bei Öl- und Gaslieferungen schürte.
Multi-Asset-Fonds können institutionellen Anlegern unter einem Dach ein erhebliches Diversifikationspotenzial bieten und damit zur Stabilisierung beitragen. Gleichzeitig verringern sie den Aufwand und die Komplexität im Vergleich zu einem selbst aufgebauten breiten Portfolio. Axel Drwenski und Susanne Skujat zeigen, welche Bedeutung die Auswahl der konkreten Einzelbausteine und die Managerselektion für einen Multi-Asset-Fonds aus Alternative Investments haben.
veröffentlicht im Absolut Report 3/2026, eine Publikation von Absolut Research
Infrastruktur bleibt eine der gefragtesten Anlageklassen institutioneller Investoren – doch attraktive Projekte sind knapper als verfügbares Kapital. Welche Chancen bieten Energiewende, Rechenzentren und Batteriespeicher? Und welche Rolle spielen Regulierung, ESG und Renditeerwartungen? Führende Investoren und Asset Manager diskutieren im dpn-Roundtable die Zukunft der Asset-Klasse.
Quelle: dpn 4/2026
Die weltwirtschaftliche Lage zu Mitte 2026 gleicht einem Mosaik aus widersprüchlichen Signalen: robuste Arbeitsmärkte hier, abkühlende Frühindikatoren dort sowie anhaltende geopolitische Spannungen, begleitet von wechselhaften Energiepreisen. Dazu kommt eine Geldpolitik, die sich zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstützung neu ausbalanciert. Für Investoren bedeutet dies: Die Zahl der Unbekannten im Kapitalmarkt-Gleichungssystem ist hoch – und doch müssen Entscheidungen getroffen, Strategien ausgerichtet und Allokationen umgesetzt werden.
Die Furcht vor dem Ende des Euro und damit der Refinanzierungsquelle europäischer Staaten führte zu einer jahrelangen, äußerst expansiven EZB-Leitzinspolitik („Whatever it takes“). Etwas verlängert wurde diese Phase durch Wachstumsängste während der Corona-Pandemie. Wenngleich die Renditerückgänge bis in den Null-/Negativbereich attraktive Perfomanceergebnisse brachten, hatten auf laufende Erträge angewiesene Anleger „absoluten“ Notstand. Nicht selten führte dies auch zur Allokation in illiquide und risikobehaftete Investments, die – im Nachhinein betrachtet – vielfach ebenfalls nicht den gewünschten Erfolg erzielten.
Letztlich wurde die Niedrigzinsphase erst nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine und dem Anstieg der Energiekosten im zweiten Halbjahr 2022 beendet. Zuletzt eskalierte zudem Anfang März die kriegerische Auseinandersetzung zwischen dem Iran und USA/Israel. Im Zuge der Blockade der Straße von Hormus, explodierender Energiepreise und neuerlicher Inflationssorgen erreichten 10jährige Bundesanleihen mit 3,2% ein neues Zinshoch, das seit 15 Jahren nicht mehr zu sehen war. Auch die Renditen kurzer Laufzeiten sind aufgrund des Angebotsschocks zuletzt sogar überproportional stark angestiegen (siehe Abbildung).
Verbraucher bekommen Energiepreisschocks in der Regel zuerst an der Zapfsäule zu spüren. Die Bilder der Ölkrisen der 1970er-Jahre – geschlossene Tankstellen, „Benzin ausverkauft“-Schilder und kilometerlange Warteschlangen – gelten bis heute als Symbol geopolitisch-getriebener Energieschocks. Zu vergleichbaren Szenen kam es nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran Ende Februar zwar nicht; dennoch bildeten sich auch diesmal vielerorts Schlangen an Tankstellen, da Autofahrer angesichts der Eskalation mit weiter steigenden Spritpreisen rechneten – eine Erwartung, die sich kurze Zeit später bestätigte.
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